Und von Tag zu Tag merke ich, wie ich immer mehr sinke. Schritt für Schritt werde ich wieder so, wie früher. Auch wenn ich es nicht will. Es passiert irgendwie. Aus einer Kippe am Tag werden drei bis vier. Die Schlaflosigkeit kommt langsam zurück. Wann bin ich zuletzt vor Mitternacht eingeschlafen? Ich will nicht wieder, wie früher nur eine Stunde schlafen und mich dann in die Schule quälen. Noch dazu frage ich mich jeden Morgen, ob ich überhaupt aufstehen soll. Aber ich wollte ja nicht mehr schwänzen. Und so viel wird wieder schlimmer. Dieser Druck, der auf mir lastet zerfrIsst mich innerlich. Ich habe Angst. Angst davor in das schwarze Loch der Depression zurück zu fallen. Wäre es nur das, wäre es vielleicht leichter. Aber da ist noch diese Zukunftsangst, die an meinen Gedanken nagt. In der Schule müssen wir ständig über unsere Zukunft reden. Als was wir später arbeiten wollen. Jeden Tag dieses Thema. Und alle wissen was sie später mal machen möchte oder in welche Richtung ihre Zukunft geht. Wieso wissen die das schon so genau? Ich bin älter als die und habe einfach keine Ahnung. Und irgendwie ist es traurig, dass ich mit niemanden über irgendwas reden kann. Nicht weil es niemanden interessiert. Nein, meine Freunde sind die Besten und sie würden mir auch zuhören. Aber ich kann es nicht. Wer redet schon gerne über seine Probleme zuhause oder seine Gefühle? Wieso kann mein Leben nicht einmal so schön sein, wie das von anderen. Wobei ich mich frage, was hinter den lachenden Fassaden ist. Denn ist es nicht oft so, das wir uns gegenseitig Tag für Tag belügen, bei der Frage: Wie geht es dir? Vielleicht laufen so viele Menschen mit einer lächelnden Maske rum, weil es heut zu Tage nur auf die Leistung und nicht auf den Menschen selbst drauf ankommt. So will es das System. Und so werden wir leider erzogen. Uns erwartet ein Leben voller Stress und Druck. Und die Zeit wird so schnell vergehen. Morgen Abschluss, dann fast 50Jahre arbeiten und dann Rente. Und das Leben ist fast vorbei. Viele sagen, je älter man wird desto mehr Freiheiten hat man. Ich finde es gibt nur ein paar Jahre in denen man frei ist und das sind die Jahre bevor man in die erste Klasse kommt. Frei von Verantwortung und Problemen. Und irgendwie bin ich gerade voll abgedriftet.